Abraham Dirk Loman (The Hague, 1823 – Amsterdam, 1897)

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Description

Typed letter in German, signed and dated Amsterdam 21 September 1936 by the Dutch theologian, who dedicated the last part of his life to music theory. Loman addresses the Maestro Arturo Toscanini, concerning the foundations of his music theory: “…Sie kennen mich nicht, ich habe Sie als Künstler kennen lernen, und ich meine dass ich dadurch gelernt habe. Wenn Sie keine Zeit oder zu wenig Zeit dafür haben, so lesen Sie diesen Brief einfach nicht. Um gegen setzten Fall lesen Sie so weit bis die Sache Sie nicht mehr genügend interessiert. Ich glaube dass die Darstellung der Dinge in der einfachsten Form von je her die beste Methode gewesen ist um Andren seine Gedanken klar zu machen. Namentlich der moderne Mensch schämt sich – weshalb wüsste er selber kaum – sich dieser Methode zu bedienen. Und so geht es mit manchem modernen Komponisten. Für mich geht die verständliche musikalische Kultur nicht viel weiter als Wagner. In diesem Jahrhundert ist ein neues Element in die musikalische Kultur untergelaufen, das eigentlich im musikalischen Sinne kein positives Element sein kann. Bis so weit war es in der musikalischen Kunst nach guter musikalischer Bildung möglich ein Werk kennen zu lernen und musiklaisch zu verstehen (und lieb zu haben!). Ob man gewisse moderne Musik atonal, bitonal oder pluritonal nennt, tut nichts zu Sache. Die Frage ist nur: ist est überhaupt möglcih diese Musik musikalisch zu empfinden? Wenn ein Komponist mit Talent es heutzutage wagen würde ein Werk zu komponieren und dann zu einer Aufführung zu bringen, das musikalisch verständlich ist wie die Werke des 19ten Jahrhunderts, und angenommen der Fall dass dies Werk sogar ein Kunstwerk sei, so würde dieser Komponist in diesen Tagen wahrscheinlich ausgelacht werden. Snobisme hat es immer gegeben. Snobisme ist ebenso nötig wie Bakterienkolonien im menschlichen Körper. Snobisme und Kritik haben an und für sich keine Kunstgestaltung, sie sind jedech unentbehrlich in der musikalischen Gesellschaft, weil die Entwicklung des jungenschaffenden Musikers nicht gedeihen wird, wenn der Entwicklungsprozess zu glatt von statten geht. Je mehr dieser Prozess gehemmt wird, um so mehr dieser verstehen lernt, dass er nur ein Künstler werden kann durch längeresfleissiges Studieren. In der Kunst gibt es ein Analogon für das was in derNatur biologische Wirkung gennant wird. Ich werde dies mit einem Beispiel vermutlichen. Im Anfang muss der Glaube sein, Gott sei Dank glaubt diese Zeit noch an Bach, Mozart, Beethoven, Verdi, Wagner und das Gute was die sonstigen hervorragenden Komponisten uns nachgelassen haben. Die jetztigen Zuhörer, die musikalisch nicht in die Sphäre des 19ten Jahrhunderts erzogen sind, sind dennoch im Stande dieser holden Kunst zu geniessen, obwohl ihnen nicht bewusst ist dass der Kernpunkt in der Entwicklung dieses Kunstgenusses der Glaube ist…”. Translation: “…You don’t know me, I got to know you as an artist, and I mean that I learned through that. If you don’t have time or too little time for it, just don’t read this letter. In the opposite case, read until the matter no longer interests you enough. I believe that presenting things in the simplest form has always been the best way to make one’s thoughts clear to others. Especially the modern man is ashamed – why he hardly knows himself – to use this method. And so it is with many a modern composer. For me, the comprehensible musical culture does not go much further than Wagner. In this century, a new element has infiltrated musical culture, which actually cannot be a positive element in the musical sense. Until so far in musical art after good musical education it was possible to get to know a work and to understand it musically (and to love it!). Whether one calls certain modern music atonal, bitonal or pluritonal does not matter. The question is: is it possible to feel this music musically at all? If a composer with talent would dare today to compose and then perform a work that is musically comprehensible like the works of the 19th century, and suppose that this work is even a work of art, this composer would probably be laughed at these days. Snobisme has always existed. Snobisme is as necessary as bacterial colonies in the human body. Snobisme and criticism have in and of themselves no artistic form, they are however indispensable in musical society, because the development of the young creative musician will not flourish if the process of development is too smooth. The more this process is hindered, the more he learns to understand that he can only become an artist through long and diligent study. In art there is an analogue for what in nature is called biological effect. I will assume this with an example. In the beginning there must be the belief, thank God, that this time still believes in Bach, Mozart, Beethoven, Verdi, Wagner and the good that the other excellent composers have left us. The present listeners, who are not musically educated in the sphere of the 19th century, are nevertheless able to enjoy this beautiful art, although they are not aware that the key point in the development of this artistic enjoyment is faith…”. 2 pp. In-4.